Schlösser und Burgen

Imposant und definitiv ein schönes Ausflugsziel sind die beiden Schlösser, deren eindrucksvolle Erscheinung von weit her zu erblicken ist.

Schloss Freienfels

©Bernd Lippert

Eine imposante Lage am steilen Fels: Gut sichtbar erhebt sich noch heute über Freienfels das von den Herren von Aufseß begründete Schloss. Es ist vom Tal durch steil abfallende Felsen und von der Bergseite her durch zwei Gräben geschützt.

Im 13. Jahrhundert wird die mächtige Burg Freienfels vom Ritter Otto von Aufseß erbaut und 1388 erstmals erwähnt. Diese Burg nahm unter den Rittersitzen des Wiesenttales eine besondere Stellung ein. Sie stand auf freiem Grund und Boden, auf einem "freien Fels" und war nur dem Kaiser und dem Reich unterstellt.
1490 entstand das Dorf Freienfels auf Veranlassung der Burgherren1525 zerstörten aufrührerische Bauern im Bauernkrieg die Burg und brannten sie nieder. Nach den Unruhen baute Ritter Pankraz von Aufseß die Burg wieder auf.Im Dreißigjährigen Krieg war Freienfels abwechselnd von den Schweden und den Bambergern besetzt. Die Besetzung der Burg im Namen des Bischofs durch den Hollfelder Vogt dauerte bis 1649 an. Die Familie von Aufseß verkaufte Wüstenstein und konnte somit 1681 mit dieser Verkaufssumme Freienfels vom Bistum Bamberg auslösen. Allerdings wurde sie 1690 an den Domkapitular von Bamberg und Würzburg, Carl Siegmund, Freiherr von Aufseß weiterverkauft. Er entschloss sich 1690 die stark zerfallene Burg niederreißen zu lassen und auf den Grundmauern ein Schloss errichten zu lassen, das zwischen 1693 und 1701 erbaut wurde.
Zwischen 1867 und 1887 wurde das Schloss mehrmals verkauft und 1887 durch die Ehefrau Ernestine des Hermann Freiherr von Aufseß erworben. So gelangt das Schloss Freienfels wieder in den Familienbesitz. Allerdings wurde es 1918 wieder veräußert. Wieder erfolgten mehrere Besitzerwechsel und 1941 wurde es an die Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront GmbH Berlin verkauft. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Verteilung des Reichseigentums wurde das Land Bayern Rechtsnachfolger der in bayerischen Landen liegenden Staatsbesitzungen und somit 1949 Eigentümer des Schlosses Freienfels und wurde in Privatbesitz verkauft.

Neben dem Schloss finden Sie eine ehemalige Burgkapelle. Sie ist seit 1881 der Katholischen Pfarrkirche und der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht: Kirche St. Bartholomäus in Freienfels.

Weiterhin finden Sie bei Freienfels Kletterfelsen und wunderschöne Wanderwege Richtung Wiesentfels (Burgenwanderweg, Markierung blauer Punkt und ein Rundwanderweg Hollfeld - Freienfels (gelbes Dreieck).

Jeden Samstag – und zusätzlich nach Vereinbarung – um 14 Uhr bieten die Schlossherren eine Führung an.

Erwachsene 4€
Kinder 6-16 Jahre 2€
 das 3. und weitere Kinder einer Familie sind frei.

Schloss Wiesentfels

Bernd Lippert

Das Tal der Wiesent wird hier immer enger. Zwischen den bewaldeten Berghängen liegt das Dorf Wiesentfels. Auf einem ca. 40 m hohen Fels ragt das verwinkelte Schloss empor. Bekannt ist es auch als Drehort des Jugendfilms "Fünf Freunde im Tal der Dinosaurier" (2018).

Im Talgrund stehen die Bauernhöfe und Häuser. Schon vom Tal her erkennt man den aufragenden Turm mit spitzem Dach, den Giebel des Hauptgebäudes und die Nebengebäude. Eine Straße führt steil den Berghang hinauf. Hohe Mauern schirmen den Privatbesitz jedoch vor neugierigen Blicken ab.

Jeden Sonntag von Pfingsten bis Ende September finden Führungen im Schloss um 14.00 und 15.00 Uhr statt. Auch können Sie Aufführungen des Theatersommers Fränkische Schweiz zwischen den Burgmauern besuchen.

  • ab 1476 Erbauung der bestehenden Burg durch Dietz und Otto von Giech
  • 1493 Dietz von Giech alleiniger Besitzer
  • 1525 Im Bauernkrieg durch Hollfelder Bauern gebrandschatzt
  • 1630 Mit dem Tod Hans Christoph von Giech erlischt die Linie Giech-Wiesentfels
  • 1654 Nach jahrelangen Streitigkeiten kommt das Schloss an die Thurnauer Linie der Giech
  • 1883 Das 1773 erbaute Amtshaus in Peesten wird abgebrochen und in Wiesentfels als Forsthaus wieder aufgebaut
  • 1938 Tod des letzten Grafen Franz Friedrich Carl Lothar von Giech (1883 - 1938). Danach geht die Anlage im Erbweg auf die Freiherren Hiller von Gaertringen über
  • 1943 Warenlager / Bekleidungslager der Nürnberger Polizei. Auslagerung des Richard Wagner Museums während des Krieges.1945 Kurze Besetzung durch Amerikaner
  • 1946 - 1956 Flüchtlingslager für Heimatvertriebene aus dem Altvatergebirge / Sudetenland
  • 1969 Verkauf des Schlosses durch Freiherrn Joh. Chr. Hiller von Gaertringen an Frau Dr. Elisabeth Bender-Fughe.2003 Tod von Frau Dr. Bender-Fughe
  • 2009 Neuer Schlossherr ist Familie Uhlmann
  • 2010 Schlosskapelle ist seit Mai der Öffentlichkeit für standesamtliche Trauungen zugänglich.
  • 2017 Drehort für den Film "Fünf Freunde im Tal der Dinosaurier"(2018)

Wandervorschlag: Burgenweg Blauer Punkt