Historische Altstadt

Schmucke Fassaden, blühende Gärten und schöne Aussichtspunkte: Hollfelds Altstadt kann sich sehen lassen.

© Bernd Lippert
© Bernd Lippert

Die Oberstadt/Marienplatz trägt den frühmittelalterlichen Charakter einer Bürger- und Bergstadt, sowie die Struktur einer Spornsiedlung. Die einfassenden Häuserreihen bestehen aus giebelständigen und traufseitigen Häusern. Durch die 1929 angelegte Kastanienallee und die Grünanlagen hat der Marienplatz heute ein gepflegtes Aussehen. Jahrhundertelang wurden auf diesem Platz die Vieh- und Jahrmärkte, die für Hollfeld und sein Umland von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren, abgehalten. Auch heute noch finden auf diesem Platz regelmäßig Märkte statt.

In der Mitte des Marienplatzes liegt der 38 m tiefe mittelalterliche Ziehbrunnen, erwähnt 1435 als "Beyerbrunnen". Der Sage nach wurde er vor urdenklichen Zeiten von Kriegsgefangenen gegraben. Später wurde er zugeschüttet und erst 1936 in seiner jetzigen Form wieder aufgebaut. Zur Osterzeit wird dieser Brunnen herrlich geschmückt und ist sehr sehenswert.

An höchster Stelle der rundum befestigten Oberen Stadt steht das Wahrzeichen von Hollfeld - die ehemalige Gangolfskirche. Sie stammt noch aus der Zeit der Walpoten, den ältesten Herren von Hollfeld. Genannt wird die Gangolfskirche erstmals 1309, der Ursprung dürfte jedoch bereits im 11. Jahrhundert liegen. Der 38 m hohe Wehrturm läßt sich heute noch mit 104 Stufen besteigen. Er diente seit ältester Zeit als Wächterturm und -wohnung, noch mit einem seltenen Wehrgang mit Holzkranzgesims, darauf ein Zeltdach mit Laterne. Von der romanischen Kapelle hat sich noch die Apsis erhalten. In dem Turm ist das Hollfelder Irrglöckchen untergebracht. Der Sage nach verirrten sich in den dichten Wäldern die Töchter des Vogtes. In der Nacht hörten sie ein Glöckchen läuten und liefen darauf zu und fanden wieder heim. Aus Dank spendete der Vogt ein Glöckchen, das auch heute noch als Irrglöckchen bezeichnet und täglich um 21.45 Uhr geläutet wird. Seit Mai 2001 wird die sanierte Gangolfskirche als Kulturzentrum genutzt. Hier finden viele interessante Veranstaltungen statt. Sie können auch die herrliche Aussicht vom Gangolfturm genießen. Holen Sie sich hierfür den Schlüssel im Rathaus (während der Öffnungszeiten) ab. 

Für ausfühliche Informationen zu St. Gangolf klicken Sie bitte hier.

Rechts neben dem Gangolf finden Sie unsere Terrassengärten, die nach einer umfangreichen Sanierung der Stadtmauer neu entstanden sind. 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gegenüber von St. Gangolf, am Marienplatz steht das frühere "Probsthaus". Von 1059 - 1803 war Hollfeld Sitz eines bambergischen Ober- und eines Vogtamtes. Das zweigeschossige Gebäude war früher Fronfeste und Gefängnis. 1434 als „Prozeßhaus" und „Vogthaus" genannt. Heute ist in dem schön sanierten Gebäude die Musikschule der Stadt Hollfeld untergebracht.

Das Rathaus, 1424 genannt, entstand in seiner jetzigen Form nach dem großen Stadtbrand von 1724. Im Mittelalter als "Fleisch- und Kaufhaus mit Kramläden" ebenso "Kaufhaus mit Saalgericht" bezeichnet. Das dreigeschossige Giebelhaus zeigt das Stadtwappen und das Wappen des Fürstbischof von Würzburg und Bamberg Friedrich von Seinsheim, 1769 datiert. Es wurde 1883 teilweise als Schulgebäude umgeändert, 1929 hergerichtet und bis 1958 als Volksschule genutzt. 1984-1987 wurde es vollkommen renoviert und wieder Rathaus. Seit 1987 ist hier der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld, Aufseß und Plankenfels.

Unmittelbar daneben steht das Wittauerhaus, das im Gebäudeinneren seltene fischgrätenartige Stulpdecken, Fachwerkwände, Schablonenmalerei und andere Besonderheiten zeigt. Es wird ebenfalls von der Verwaltungsgemeinschaft genutzt.

Der romantische Spazierweg führt unmittelbar an der Hollfelder Stadtmauer entlang. Er ist nur 120 Meter lang, startet unmittelbar am Bergschustertor außerhalb der Stadtmauer und verläuft an dieser bis zum alten Hollfelder Amtsgericht.
Verliebte Hollfelder gaben sich hier ihren ersten Kuss, auch im verflixten siebten Ehejahr war ein Spaziergang auf dem Kussweg zur Eherettung dringend angeraten.
Im Morgengrauen erreicht einen Teil des Weges - das Morgensonnenplätzchen - als ersten Ort das Sonnenlicht in ganz Hollfeld.
Der Weg ist gespickt mit kleinen Attraktionen rund um die Liebe, teils überliefert von alten Hollfelder Bürgern, teils der Phantasie des Initiators Jan Burdinski und der Bürgerinitiative "Hollfeld grünt und blüht" entsprungen. Das Schild „Kussweg – Begehung auf eigene Gefahr" am Beginn des Weges ist doppeldeutig zu verstehen, selbst als Single ist man nicht vor Wohl und Wehe der Liebe gefeit!
Eine Hollfelder Bürgerinitiative hat den Kussweg im Jahr 2015 wieder aufleben lassen. Neben einer umfangreichen Wegerestauration, vorbei an Rosenhecken, finden verliebte Paare nun einen Pavillon und Bänke zum Verweilen. Als Highlights ein wasserdichtes Bücherregal mit Literatur zur Liebe und – last not least – einen Briefkasten für selbstgeschriebene Liebesgedichte.

Der kurze Weg lädt zum Verweilen ein. Träumen Sie ein wenig oder schreiben Sie Ihre Gedanken für den Briefkasten der Poesie auf. Schmökern Sie in literarischen Werken aus dem Bücherschrank oder seien Sie verliebt, so wie die Paare, die sich hier schon vor langer Zeit heimlich trafen. Küssen erlaubt!

Eine Wegbeschreibung finden Sie hier.