Sie berichten über auffällige oder merkwürdige Vorkommnisse und Begebenheiten aus der Vergangenheit, die dem Volk, den Menschen einer bestimmten Region, Landschaft oder eines Ortes überliefert sind und häufig über Generationen weitererzählt oder schriftlich weiterberichtet wurden.Sagen wollen für wahr genommen werden, möchten betroffen machen oder zum Nachdenken und Rückbesinnen auffordern und eröffnen gleichzeitig Einblicke in andere, frühere Zeiten und Vorstellungen.
Hierzu auch ein interessanter Bericht des am 29.12.1996 verstorbenen Kurat Adalbert Hollfelder in den „Hollfelder Blättern”, Heft 2, vom 1. Juni 1993:
Die drei Mädchen bzw. Jungfrauen in Sagen sind typisch für die keltische Kultur, die wie ebenso viele andere Indizien (Funde in Gräbern, Flurnamen, Flußnamen etc.) auf dieses alte vorgeschichtliche Volk hinweisen.
Nach Ansicht der Experten aus der Literatur: Prof. H.B. Gerl (1992), Dr. L. Küfner (1992), Dr. Weitnauer (1965), Prof. J. Moreau (1958) handelt es sich bei den 3 Geheimnisvollen um die Keltische Trias (Dreiheit), die 3 Ewigen, die 3 Bethen, auch Matronen genannt, wie zum Beispiel in Worms, wo sie sogar freundlich lächelnd auf einem Scheingrab dargestellt sind. Die 3 Bethen führen gewöhnlich die Namen Ainbeth, Borbet und Firbet (oder auch ähnlich). Dabei nehmen die Fachleute an, dass es sich um die von den Kelten hochverehrten 3 Naturmächte Erde (Ainbet), Sonne (Borbet) und Mond (Firbet) handelt.
Die Fassung der heutigen Sage wird wohl aus dem Mittelalter stammen. Durch die noch immer bestehende Installation des „Irrglöckchens” wird der uralte Wurzelgrund dieser bekannten Sage bis in die heutige Zeit lebendig gehalten. Bereits seit rund 300 Jahren wird das Läuten des Irrglöckchens auf dem Gangolfsturm erwähnt.