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Salvatorkirche 
Die Salvatorlegende
Auf dem Platz, auf dem heute die Wallfahrtskirche steht, stand einst eine mächtige
Eiche. Im Jahr 1300 ruhte ein wandernder Slawe unter ihr aus, von Hunger und Durst
gequält. Vom Turm der Pfarrkirche wehte die weiße Fahne, Musik war zu vernehmen, so dass
er annahm, dass ein Fest gefeiert würde. Es war Kirchweihfest in Hollfeld, und die
Fröhlichkeit der Stadt und seine eigene Armut gingen dem Mann so zu Herzen, dass er
weinte. Da erschien ihm eine Gestalt von mittlerer Größe und schöner Statur mit einem
gestutzten Kreuz auf der Schulter und mit einer Dornenkrone auf dem Haupt. Dieser redete
den Mann an und sprach: "Du beklagst dich über dein Kreuz und glaubst, es sei zu
schwer. Sieh! Ich trage deinetwegen nun schon lange mein Kreuz. Ich sage dir: Trage das
Deinige mit Geduld, denn ich nehme dich bald zu mir." Mit diesen Worten verschwand
die Erscheinung, die Christus selbst gewesen ist, vor seinen Augen. Der Mann erschrak
darüber sehr, eilte in die nahe Stadt Hollfeld und erzählte der der Bürgerschaft, was
er gesehen und gehört hatte, und er wurde reichlich beschenkt.
Gottesfürchtige Bürger bauten auf dem Platz, wo Christus dem Mann erschienen war, eine
Kapelle. Auch wurde zugleich von einem Bildhauer ein Bild gefertigt, welches die
Erscheinung darstellte. Dieses Bild wurde im Schrein des Altars aufgestellt und mit einem
Gitter versehen, damit es vor Verunehrung geschützt ist. Die Kunde von dieser
Erscheinung, von der Erbarmung der Kapelle und von vielen Gebetserhörungen verbreitete
sich im weiten Land und zog bald viele Wallfahrer an. |