Kunst- und Kulturzentrum
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Der Heilige Gangolf in Hollfeld und das Geschlecht der WalpotenAls das Bamberger Stift St. Maria und Gangolf um das Jahr 1058 von Bischof
Gunther und dem Edlen Reginold gegründet wurde, erhielt es als Ausstattung neben dem
Stiftsgelände in der Theuerstadt zu Bamberg reichen Besitz in Hollfeld und Umgebung, der
von dem genannten Reginold stammte. Es gibt zwar keine Urkunden über die Stiftung, aber
man kann sie aus späteren Nachrichten erschließen, aus denen sich auch ergibt, dass es
sich bei dem edlen Stifter um Reginold II. Walpoto gehandelt haben muss. Denn dieser ist
nach der Überlieferung unter dem Altar der Stiftskirche bestattet worden.
zu 1. Gustav Voit vertritt in seiner umfassenden Darstellung der Nachrichten über die mainfränkischen Walpoten die Ansicht, dass deren Vorfahren einer hochadligen Großfamilie aus Neustrien entstammten, also aus dem westfränkischen Raum zwischen Schelde und Loire, und dass sie nach 730, also in der Zeit Karl Martells, im östlichen Mainfranken Besitz und Einfluss erlangt haben. Er geht davon aus, dass sie die Gangolfverehrung aus dem Westen mitgebracht haben, aus der Heimat Gangolfs, dem Grenzgebiet der fränkischen Teilreiche Burgund und Neustrien. Eine Zuwanderung aus Neustrien anzunehmen ist auch nicht abwegig, denn die bedeutenden fränkischen Hochadelsgeschlechter Süddeutschlands sind tatsächlich von Neustrien gekommen, wie die Agilolfinger als Herzöge von Bayern oder die Robertiner, deren Nachfahren als Babenberger, als Grafen von Schweinfurt, als Popponen und als Grafen von Weimar-Orlamünde in Mainfranken eine große Rolle gespielt haben. Doch Reginold Walpoto ist uns nicht als Hochadliger überliefert, d.h. als comes = Graf oder vir illuster = Erlauchter, wie auch die Vorfahren Gangolfs tituliert worden sind, sondern nur als vir nobilis = Edelfreier, also von niederem Adel. Diese mindere Position wird auch mit dazu beigetragen haben, dass sich das Geschlecht später gegen die Grafen von Andechs Meranien nicht durchsetzen konnte. Die meisten Autoren betrachten die Walpoten als Ministeriale der Bamberger Bischöfe, denen Heinrich II. das Grafenamt hier im Radenzgau übertragen hatte, das vorher die Grafen von Schweinfurt ausübten, bis diese nach einem Aufstand gegen den König im Jahre 1003 ihre Ämter verloren. Es wird angenommen, dass die Vorfahren der Walpoten auch den Schweinfurtern schon als Ministerialen gedient hatten. zu 2. Nach den Ergebnissen der Arbeiten über die Gangolfpatrozinien an Donau und Lech
und im Raum um den Harz, ist zu erkennen, dass die Gangolfverehrung bald nach dem Tod des
Heiligen (um 760) entstanden sein muss und dass sie auch rasch über den Rhein
vorgedrungen ist, weil sie nämlich stark im fränkischen Heer verbreitet war, dem Gangolf
als einer der Truppenführer des Königs Pippin, des Vaters Karls des Großen, angehört
hatte. Bald nach dem Regierungsantritt Karls des Großen (768) begannen die Vorbereitungen
für die Besetzung von Bayern und für die Sachsenkriege. Hier im mainfränkischen Raum
war das mit der Sicherung der Ostgrenze und der Integrierung der Mainslawen verbunden. Auf
den fränkischen Stützpunkten wurde Gangolf verehrt und da und dort blieb eine schlichte
Holzkapelle erhalten, die spätere Generationen zu einem festen Bau oder gar zu einer
Kirche erhoben. Deshalb lässt sich bei den Gangolfskirchen in der Regel ein
Zusammenhang mit frühmittelalterlichen Fernwegen und deren Rastplätzen (Stützpunkten)
und sonstigen karolingischen Institutionen, wie Königsgut und Königskirchen,
insbesondere alten Martinskirchen, feststellen. Am Ende dieser Betrachtungen können wir feststellen, dass in Hollfeld alle
Voraussetzungen für ein Gangolfpatrozinium aus dem 8. Jh. gegeben sind: von Wolfram Siegel, Kiel
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