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St. Gangolf

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Hollfeld - Holvelt         Ein geschichtlicher Überblick

Die Stadt Hollfeld besitzt noch heute die Siedlungsstruktur einer Spornsiedlung als Burg- und Bergstadt, ähnlich wie Creußen und Burgkunstadt. Dies läßt auf eine frühmittelalterliche Kernsiedlung nach Art der Anlagen der mächtigen Markgrafen von Schweinfurt schließen. Die Stellvertreter der Markgrafen waren die in und um Hollfeld begüterten Walpoten. Nach dem Erlöschen der Markgrafenfamilie 1057 verschenkt Reginolt Walpoto 1059 seine Güter in Hollfeld und Umgebung zur Ausstattung des von ihm mitbegründeten Stifts St. Gangolf in der Theuerstatt zu Bamberg. Bis zum Ende des Hochstifts verwaltete ein Gangolfer Vogt die Propstei in Hollfeld.

Solche Rechte bestätigt eine Urkunde von 1137, in der Bischof Otto von Bamberg dem Adeligen Sigeboto de Wundingesaze (Wonsees) sein Ausstattungsgut zur Vogtei Hollfeld bestätigt. Die St. Gangolfskirche war ursprünglich Teil der Burganlage am oberen Mauerring und wurde als fromme Stiftung der Walpoten in den Wirren des Investiturstreites zur Adelskirche mit dem Patrozinium des Familienheiligen umgewandelt.

Der Burg- und Siedlungskern ist nach bisherigen Oberflächenfunden bereits in früh- und ebenso vorgeschichtlicher Zeit belegt. Durch die heutige Bebauung und nach den fürchterlichen fünf Stadtbränden sind aber die geschichtlichen Funde sehr verwischt, wie z.B. der zufällige Saxfund (Hiebmesser) der Merowingerzeit (um 750) beweist, ebenso aus der Keltenzeit (um 500 v. Chr.) und ein Frauen-Hockegrab der Hügelgräberbronzezeit (1550-1250 v. Chr.) an der Stadtmauer.

Urkundlich wird Hollfeld im Jahr 1017 erstmals genannt, als der Bischof von Würzburg die Kirchen-Zehnten der einst zu Hollfeld gehörigen Dörfer an den Bamberger Bischof abtritt. Bei der Bistumsgründung gehörte Hollfeld noch nicht zum Besitz des Bischofs Eberhard von Bamberg als neuen Landesherren. Es war im Besitz der Walpoten, der königlichen Beamten und der Ministerialen der Schweinfurter Markgrafen. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts war der neue Landesherr mächtig genug, den verstreuten Landbesitz dem seinen einzuverleiben. So konnte er Güter erwerben und planmäßig Burgen anlegen, wie Kronach und höchstwahrscheinlich auch Hollfeld, wo Vögte die weltlichen Verwaltungsaufgaben lösten. Mit der kirchlichen Ausstattung des Archidiakonats Hollfeld um 1140, 1168 genannt, wurden die älteren Rechte der Urpfarrei Königsfeld aufgelöst. Nach der Gebiets- und Herrschaftsbereinigung konnte der Bischof als neuer Landesherr planmäßig die alten Siedlungen erschließen. 1280 "foro Holuelt" und erstmals "Stat Holuelt" 1326.

1329 "oppidum holuelt" ebenfalls als Stadt genannt, 1348 wird mit der Bezeichnung "castrum" Burg, ihre Funktion als bischöfliche Landesburg charakterisiert. Entscheidender Anstoß zur Gründung einer starken und planmäßigen Stadt Hollfeld scheint auch die Konkurenz der Andechs-Meranier ausgelöst zu haben, die eine Reihe wichtiger Burgen und Besitzungen im Hollfelder Umland innehatten. Eine Urkunde mit den genauen Daten der Stadtrechtsverleihung für Hollfeld fehlt wie für viele andere mittelalterliche Städte; "civitas" d.h. Stadtgemeinde oder "oppidum" (noch nicht ummauert, sondern Befestigung aus Erdwerk und Planken), wird als Bezeichnung der Bamberger Landstädte genannt. Die Aufwertung der Kernsiedlung durch den Landesherren läßt sich hieraus ablesen. Die besondere Lage inmitten der wichtigen, vom alten Königsfeld und von Forchheim heranführenden Straßen, das reiche bäuerliche Hinterland um Hollfeld als wirtschaftlicher und kirchlicher Mittelpunkt, waren für den Landesherrn Grund genug, eine Stadt planmäßig anzulegen, mit großer Sicherheit vor 1300.

Kristallisationspunkt für die Stadtentwicklung war der Kirchenbezirk, die alte Marienkirche auf der Höhe einer sanft abfallenden Terrasse. Die Frühkirche war in ottonischer Zeit eine Wehrkirche –wie Forschungen erbrachten- mit einer Mauer umgeben, wobei sich die Stadtsiedlung mit Judenviertel in einem eigenen Mauerring an den alten Kirchen- und Friedhofsbezirk anschloß. Die Siedlung auf dem Bergsporn zwischen dem Kainach- und Wiesenttal, gruppiert sich um den dreiecksförmigen "Oberen Markt" (Marienplatz) und die St. Gangolfskirche. Die Unterstadt mit dem "Alten Markt" (Unterer Markt) und die Langgasse zeigen keinerlei Befestigungsreste mehr. Das Bartholomäusspital, 1464 gestiftet von Werner von Aufseß, ist ausdrücklich als "außerhalb der Mauern der Stadt" genannt.

Der Stadtgrundriß beweist den sinnvoll angelegten Siedlungskern der Gründungsstadt. Die noch relativ gut erhaltenen Ringmauern der Oberstadt zeigen uns den alten Kern der Stadtbefestigung und die späteren Erweiterungen der Siedlung. Die Anlage des Marktes mit Rathaus und dem Standort der Kirche sind auch heute noch die markantesten Punkte im Gesamtensemble.

Verheerende Brandkatastrophen legten die Stadt mehrfach in Schutt und Asche, so zweimal im Husittenkrieg 1430, zweimal im Markgräflerkrieg 1552 und im Schwedenkrieg 1632. Der große Brand von 1724 zerstörte die ganze obere Stadt, den Steinweg und teilweise den unteren "Alten Markt". Damals verbrannte auch das Pfarrhaus mit seinen wertvollen alten Urkunden. Die im Schwedenkrieg und durch den Stadtbrand schwer beschädigte Stadtpfarrkirche wurde 1776/77 abgerissen und bis 1782 neu errichtet.

Stadt und Amt entstammen der alten Cent Königsfeld, die völlig ihre ursprüngliche Funktionen an Hollfeld verlor. Hier waren die Ämter stark der örtlichen Konkurrenz des Gangolfer Propstvogteiamtes ausgesetzt, aber auch der angrenzenden Markgrafenschaft, ebenso wie der Reichsritterschaft Aufseß, Giech und andere. Bis zur Säkularisation 1803 war Hollfeld Sitz eines bambergischen Oberamtes (teilweise in Personalunion mit Waischenfeld) eines Vogtamtes sowie der Gangolfer Propstei. Mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit gehörte Hollfeld zum Hochstift, erst 1803 wurden die alten rechte abgelöst. Es entstand 1804 bis 1862 das "Bayerische Landgericht" ab 1862 das "Königlich Bayerische Amtsgericht" bis zur Auflösung 1964 als Amtsgericht Hollfeld. Im Jahr 1972 wurde die Eisenbahnstrecke Bayreuth-Hollfeld aufgelassen und abgebaut. .

Die Gebietsreform 1972 führte zur Auflösung des Landkreises Ebermannstadt und damit zur Eingliederung Hollfelds in den Landkreis Bayreuth. Durch die Eingemeindung von 8 selbständigen Gemeinden (Drosendorf, Freienfels, Kainach, Schönfeld, Stechendorf, Treppendorf, Wiesentfels und Weiher) wurde Hollfeld Großgemeinde. Mit Abschluß der Gebietsreform in Bayern zum 1. Mai 1978 wurde bei weiterer Eingliederung von Krögelstein und Tiefenlesau Hollfeld eine Stadt mit über 5.000 Einwohnern. Gemeinsam mit den selbständigen Gemeinden Aufseß und Plankenfels bildet Hollfeld seitdem eine Verwaltungsgemeinschaft mit rd. 8.000 Einwohnern.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Stadtentwicklung erfolgte ebenfalls im Jahr 1972. Hier nahm die Staatliche Gesamtschule Hollfeld als eine von vier Gesamtschulen in Bayern ihren Betrieb auf. Die Gesamtschule Hollfeld, damals Modellversuch war eine Chance im Bildungsbereich für unseren ländlichen Raum. Die integrierte Gesamtschule Hollfeld vereinigt die drei Schultypen (Hauptschule, Realschule und Gymnasialzweig) und hat sich bis heute für den Hollfelder Raum bestens bewährt.

Im Jahr 1984 ergriff die Stadt Hollfeld die Möglichkeit über das Bund-Länder-Städtebau-förderungsprogramm insbesondere den Altstadtkern von Hollfeld zu sanieren. Dies brachte die städtebauliche Erneuerung des Marienplatzes sowie weiterer Straßenzüge und Plätze mit sich. In den Jahren 1984-87 wurden auch das ehemalige "Alte Rathaus" zusammen mit dem daneben liegenden sog. Wittauerhaus, einem wertvollen Hollfelder Bürgerhaus, die beide seit Jahren leer standen, zum Rathaus und Haus des Gastes denkmalgerecht ausgebaut. Weitere Einzelmaßnahmen folgten. Als derzeit letztes dieser wertvollen Baudenkmäler erfuhr die St. Gangolfskirche eine grundlegende Sanierung. Der in Hollfeld beheimatete "Theatersommer Fränkische Schweiz – Gangolfbühne Hollfeld" soll hier, seinem Namen entsprechend, ebenso wie die kulturellen Vereine des Hollfelder Raumes Heimat finden.

Seit 1988 ist in Hollfeld die Stadtbücherei St. Gangolf beheimatet. Die Stadt Hollfeld hat auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs in den vergangenen Jahren viel erreicht, so konnte 1999-2000 das aus dem Jahr 1936 stammende Freibad eine grundlegende und zeitgemäße Erneuerung erfahren. Aber auch neue Einrichtungen wie die Museumsscheune oder Kunst & Museum wurden geschaffen. Die seit 1995 bestehende städtische Musikschule findet regen Zuspruch.

In die Infrastruktur wurde durch den Bau einer neuen Kläranlage, im Jahr 2000 fertiggestellt, investiert. Neue Baugebiete zur Wohnbebauung aber auch Gewerbeflächen stehen zur Verfügung – zum Wohle der Bürger, von Handwerk und Gewerbe.

Die Stadt Hollfeld hat auch auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs in den vergangenen Jahren viel erreicht, so konnte das aus dem Jahr 1936 stammende Freibad eine grundlegende und zeitgemäße Erneuerung erfahren. Aber auch neue Einrichtungen wie die Museumsscheune oder Kunst & Museum wurden geschaffen. Die seit 1995 bestehende städtische Musikschule findet regen Zuspruch.

In die Infrastruktur wurde durch den Bau einer neuen Kläranlage, die im Jahr 2000 fertiggestellt wurde, investiert. Neue Baugebiete zur Wohnbebauung aber auch Gewerbeflächen stehen zur Verfügung.

Stadt- und Kreisheimatpfleger Günther Hofmann

Quellennachweis:
Heimatbuch der Stadt Hollfeld von 1979
Festschrift 650 Jahre "Stadt Hollfeld"
Hollfelder Blätter, mit Beiträgen des Autoren

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